Vom Concept Store zur gefragten Adresse fĂŒr Wohnkonzepte: Interview mit Sabine Stadtherr vom Room to Dream in MĂŒnchen

Sabine Stadtherr und Sabine Wittig im Room to Dream in MĂŒnchen

Hier habe ich schon einmal ĂŒber Sabine Stadtherr und ihren feinen Interior-Laden Room to Dream im Herzen MĂŒnchens geschrieben. Mehr als sieben Jahre sind seitdem vergangen, Sabine und ich sind inzwischen befreundet und im Room to Dream ist das Thema Einrichtungsberatung an die erste Stelle gerĂŒckt.

Im Interview erzÀhlt Sabine von ihrer Arbeit als Einrichtungsberaterin:

Liebe Sabine, vor gut zehn Jahren hat du Deinen Concept Store Room to Dream eröffnet, inzwischen hat sich dein Schwerpunkt verĂ€ndert – du machst jetzt fast nur noch Einrichtungsberatungen 



 genau. Diese Verschiebung hat sich ganz automatisch ergeben. Immer mehr Kundinnen und Kunden haben nicht nur ihre Möbel und Accessoires bei mir gekauft, sondern wĂŒnschten sich UnterstĂŒtzung beim Einrichten. Mein Laden ist inzwischen auch Showroom, in dem ich neue Ideen und Wohnkonzepte prĂ€sentieren und meinen Kunden Material- und Farbmuster zeigen kann. Außerdem lade ich regelmĂ€ĂŸig KĂŒnstlerinnen und Designer ein, die ihre Werke und Produkte bei mir dann fĂŒr eine begrenzte Zeit anbieten. Im Room to Dream gibt’s also stĂ€ndig frische Inspirationen.

Du hast in New York, London und Florenz Modedesign studiert und viele Jahre als Strickdesignerin fĂŒr ein internationales Premium-Label gearbeitet. Wie kam es zum Wechsel in die Interior-Welt?

Ich habe meine „Mode-Zeit“ sehr genossen, bin viel gereist und habe gelernt, wie wichtig es ist, ĂŒber den eigenen Tellerrand zu schauen. Doch irgendwann fĂŒhlte sich die Schnelllebigkeit der Branche nicht mehr gut an. Die Zeit fĂŒr etwas Neues war gekommen. Mit dem Room to Dream möchte ich ganz bewusst einen Kontrapunkt zur Hektik unseres Alltags, zum stĂ€ndigen Schneller, Höher, Weiter setzen – deshalb auch die Unterzeile „slow living“.

Wieviel Modedesign steckt in deinen Einrichtungsberatungen?

Als Strickdesignerin habe ich intensiv mit Farben, Farbkombinationen, Texturen und hochwertigen Materialien gearbeitet. Diese Erfahrungen fließen ganz automatisch in meine Konzepte und VorschlĂ€ge ein. Im eigenen Zuhause sollte man sich genauso wohl fĂŒhlen, wie im Lieblingspullover.

Und was sind die Unterschiede zum Modedesign?

Als Modedesignerin wusste ich nie, wer meine Mode am Ende trĂ€gt. Einrichtungsberatung dagegen ist komplett individuell. Ich liebe es, Hand in Hand mit meinen Kundinnen und Kunden zu arbeiten und sie begleiten zu dĂŒrfen. Mitzuerleben, wie positiv sich neue Impulse in der Einrichtung auf das Leben der Bewohnerinnen und Bewohner auswirken, ist unheimlich schön!

Es gibt unendlich viele Quellen, um sich in Sachen Wohnen und Einrichten inspirieren zu lassen. Auf Online-Plattformen wie Instagram und Pinterest kann man Stunden damit verbringen, in fremde Wohnungen und HĂ€user zu schauen. Was glaubst du, wie wirkt sich diese Informationsflut auf uns alles aus?

Es ist schon bereichernd, wie viele Ideen wir heute per Mausklick bekommen können. Ich weiß noch, wie ich mich in den 1990er Jahren auf meine GeschĂ€ftsreisen nach Hong Kong gefreut hatte. Denn dort gab es einen Buchladen, der wunderschöne EinrichtungsbĂŒcher verkaufte. Nach solchen Inspirationen musste man bei uns damals lange suchen – heute sind sie im Übermaß verfĂŒgbar.

In meinen Beratungen sehe ich, dass dieser Überfluss auch zu FehlkĂ€ufen verfĂŒhren kann. Zum Beispiel, wenn das Sofa, das man in der Wohnung einer Influencerin so wunderschön fand, im eigenen Zuhause wie ein Fremdkörper wirkt und man es am liebsten schnell wieder los hĂ€tte.

Wie kannst du deine Kunden vor solchen FehlkÀufen bewahren?

Ich schaue mir nicht nur die formalen Gegebenheiten wie Grundriss, GrĂ¶ĂŸe der Fenster, Raumhöhen etc. an. Mindestens genauso wichtig sind die weichen Faktoren. Gibt es geliebte ErbstĂŒcke? Wie werden die RĂ€ume oder einzelne Zonen genutzt? Wo fĂŒhlen sich die Bewohner besonders wohl und wo halten sie sich nur ungern auf? Es sind unheimlich viele Aspekte, die in eine Beratung einfließen und dafĂŒr sorgen, dass ein stimmiges Konzept entsteht, das den BedĂŒrfnissen und der Persönlichkeit der Kundinnen und Kunden entspricht.

Zwar stehen Einrichtungskonzepte inzwischen im Vordergrund, aber nach wie vor kannst du bei Sabine nach hĂŒbschen Accessoires stöbern.

Wie nimmst du deine Kundinnen und Kunden wÀhrend der Konzeptentwicklung mit?

Im ersten Schritt arbeite ich gerne mit Moodboards, konkrete KonzeptansĂ€tze und Alternativen visualisiere ich in 3D. Und natĂŒrlich spielt mein Showroom eine wichtige Rolle – hier können meine Kundinnen und Kunden Stoffe und OberflĂ€chen fĂŒhlen, Farben auf sich wirken lassen und das Zusammenspiel von Möbeln und Accessoires erleben. Wenn es dann an die konkrete Umsetzung geht, bestelle ich die Möbel, koordiniere die Anlieferung und beauftrage eventuell benötigte Handwerksunternehmen – immer in enger Abstimmung mit den Kunden.

Gibt es auch Kunden, die nur das Wohnkonzept in Auftrag geben und sich selbst um den ganzen Rest kĂŒmmern?

Ja klar, die gibt es. Und auch diese AuftrĂ€ge machen mir viel Freude. FĂŒr das Komplettpaket entscheiden sich vor allem Kunden mit knappem Zeitbudget. Dadurch sparen sie sich viele Stunden fĂŒr die Möbelsuche und alles, was damit verbunden ist. Durch die engen persönlichen Kontakte zu meinen Markenherstellern kann ich die ausgewĂ€hlten StĂŒcke oft sehr viel schneller liefern als z. B. Online-Anbieter. Außerdem arbeite ich mit einer wunderbaren Spedition zusammen, die Lieferungen unterschiedlicher Hersteller sammelt und dann alles zusammen zum Wunschtermin bei den Kunden anliefert.

Du beschÀftigst dich tÀglich mit Grundrissen, Möbeln, Farben, Stoffen. Wie wirkt sich das auf deine eigenen vier WÀnde aus? VerÀnderst du oft etwas?

Ich muss gestehen, dass ich sehr an meinen Möbeln hĂ€nge. Die meisten habe ich mit meinem Mann ausgesucht, und was uns vor 15 Jahren gefiel, mögen wir noch heute. Wir haben immer schon auf schlichtes und langlebiges Design gesetzt. Auch bei uns gibt es einige schöne FamilienerbstĂŒcke, von denen wir uns auf keinen Fall trennen wĂŒrden.
In Sachen Dekoration und Bilder kombiniere ich meine LieblingsstĂŒcke immer mal wieder anders – und natĂŒrlich kommt hin und wieder auch Neues dazu. Wenn die Zeit es zulĂ€sst, starten wir auch grĂ¶ĂŸere Projekte. 2021 z. B. haben wir unserem Flur ein Facelift gegönnt und wir freuen uns noch immer jeden Tag an der VerĂ€nderung. Der Flur wird oft stiefmĂŒtterlich behandelt, dabei ist er doch das erste Zimmer, das wir beim Nachhausekommen betreten und in dem wir unsere GĂ€ste begrĂŒĂŸen. Unser nĂ€chstes Projekt ist das Bad, hier möchte ich gerne mit Tapete arbeiten.

Hast du zum Schluss noch ein paar Tricks, wie man RÀume ohne viel Aufwand verÀndern kann?
Manchmal machen schon wenige Handgriffe den Unterschied. Sofas z. B. stehen oft direkt vor der Wand. Zieht man sie ein StĂŒck weiter nach vorn, wirken sie gleich leichter und einladender. In Sachen Deko gilt: Hingucker statt Krimskrams! Man sollte nur Dinge kaufen, in die man sich wirklich verliebt hat. Und Sachen, an denen man keine Freude (mehr) hat, sollte man gehen lassen. Mir selbst sind auch DĂŒfte wichtig. Ich zĂŒnde gerne hochwertige Duftkerzen an oder ich nutze nachhaltige Raumsprays. Im Winter entscheide ich mich meist fĂŒr erdige Noten, im FrĂŒhjahr und Sommer duftet es bei uns nach frischen KrĂ€utern oder Zitrone.

Liebe Sabine – dankeschön fĂŒr das Interview, ich freu‘ mich schon jetzt auf meinen nĂ€chsten Besuch bei dir im Room to Dream!

Gutes fĂŒr Gutes

Porzellan von Anna Badur

Mit dabei: Anna Badur. Ihr wundervolles Porzellan gehört schon lange zu meinen Favoriten (Foto: Anne Deppe)

(Unbeauftragte Werbung*) Wenn du schon lĂ€nger hier liest, weißt du, dass mein Herz fĂŒr kleine und kleinste Labels und GeschĂ€fte schlĂ€gt. Gerade jetzt haben sie es besonders schwer. Ich möchte dir deshalb die sehr unterstĂŒtzenswerte Aktion „Gutes fĂŒr Gutes“ vorstellen.

Worum geht’s?

Kleine Unternehmen, die Produkte in hoher QualitĂ€t in Deutschland oder dem angrenzenden europĂ€ischen Ausland herstellen, spenden im Rahmen der Initiative 25 % ihrer UmsĂ€tze an die gemeinnĂŒtzigen Organisationen amref germany (unterstĂŒtzt die Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Afrika), die Arche (engagiert sich gegen Kinderarmut in Deutschland) und die SeebrĂŒcke (setzt sich fĂŒr sichere Fluchtwege und die Entkriminalisierung der Seenotrettung ein).

Beistelltisch Boobsie B von artcanbreakyourheart

FĂŒr mich eins der fantasievollsten deutschen Labels: artcanbreakyourheart aus Bielefeld (Foto: artcanbreakyourheart)

An wen die einzelnen Labels spenden, erfĂ€hrst du in den jeweiligen Online-Shops. Manche haben sich fĂŒr eine der drei Hilfsorganisation entschieden, bei anderen kannst du beim Bestellen auswĂ€hlen, welche Organisation die UnterstĂŒtzung erhalten soll.

Mobile Mehrfachsteckdose Stromer von njustudio

Praktische Alltagshelfer in schön gibt’s bei njustudio. Zum Beispiel den Stromer – ein entzĂŒckendes Wesen mit eingebauter Steckdosenleiste (Foto: njustudio)

Trotz der großzĂŒgigen Spenden der Labels bezahlst du fĂŒr deine bestellten Produkte den regulĂ€ren Preis – ganz ohne Aufschlag. Vielleicht findest du was Schönes – fĂŒr dich selbst (als Belohnung fĂŒrs Zuhausebleiben) oder du lĂ€sst einem Herzensmenschen ein ÜberraschungspĂ€ckchen nach Hause liefern?

Design aus sibirischer Birkenrinde von moya

Nachhaltiges Design aus sibirischer Birkenrinde von MOYA (Foto: Sabine Wittig)

Diese fĂŒnf an der Initiative beteiligten Labels gefallen mir besonders (aber auch alle anderen sind richtig, richtig gut und haben tolle Produkte zum Ewigbehalten):

Anna Badur
Ihr wundervoll schlichtes Porzellan wird in ThĂŒringen hergestellt. www.annabadur.de

artcanbreakyourheart
Sascha ist der Erfinder der Buchstabenhocker. Er entwirft und schreinert in Bielefeld aber auch andere Lieblingsmöbel – oft mit einem Augenzwinkern. Zum Beispiel das Tischchen Boobsie B auf dem Foto oben. www.buchstabenhocker.de

njustudio
Gut durchdachte Produkte made in Coburg. www.njustudio.com

MOYA
Anastasiya fertigt ihre zeitlosen Wohnaccessoires aus einem ungewöhnlichen, nachhaltigen Rohstoff: Birkenrinde aus der sibirischen Taiga.
www.moya-birchbark.com

Theresa von Bodelschwingh
Die hĂŒbschen Porzellanbecher „Papyrus“ werden in Bayern produziert.
www.theresa-bodelschwingh.de

Porzellan von Theresa von Bodelschwingh

Porzellanschönheiten von Theresa von Bodelschwingh (Foto: Theresa von Bodelschwingh)

Neben meinen Favoriten findest du bei Instagram noch viele weitere (auch aus den Bereichen Schmuck und Mode). Vielleicht magst du ein wenig stöbern? Dann bitte hier entlang: @gutesfĂŒrgutes

*Dieser Beitrag ist mit Werbung gekennzeichnet, da ich auf die gezeigten Labels und die unterstĂŒtzten Organisiationen verlinke.

Meine liebsten Entdeckungen der Herbst-Blickfang 2019 in Stuttgart

{Werbung (unbezahlt)}   Gleich zweimal fand die Blickfang dieses Jahr in Stuttgart statt. Im MÀrz an ihrem Stammort, der Liederhalle und Anfang November an zwei neuen Locations: den Wagenhallen und dem Wizemann. Der Umzug wurde notwendig, da die Liederhalle wegen Renovierung geschlossen ist.

Sie stehen der Designmesse gut, die beiden neuen Veranstaltungsorte. Obwohl sie deutlich weniger FlĂ€che bieten, die Aussteller etwas enger zusammenrĂŒcken mussten und nicht so viele Labels teilnehmen konnten wie im FrĂŒhjahr. 160 unabhĂ€ngige Designer aus den Bereichen Interior, Schmuck und Mode waren es dieses Mal – davon 70, die zum ersten Mal nach Stuttgart kamen.

Diese sieben Labels und Produkte haben mir auf Anhieb gefallen:

 

Schnörkellos und wandelbar: KĂŒchenmöbel von Das ganze Leben

Möbel von Das ganze Leben | Foto: Das ganze Leben

Foto: Das ganze Leben

Der Firmenname sagt’s bereits: Die Produkte des Möbellabels aus SĂŒdtirol sind fĂŒrs ganze Leben gemacht. EVA ist ein modulares System, das sich gerne anpasst. Die Module lassen sich ganz individuell kombinieren – auch nachtrĂ€glich. Das Material: Birkensperrholzplatten aus Finnland. Naturbelassen geölt oder farbig lackiert. Hergestellt werden die Möbel in Welsberg bei Bruneck.

Foto: Das ganze Leben

www.dasganzeleben.it

Schlicht und sturmsicher: Outdoormöbel von Konture

Outdoormöbel von Konture Studio | Foto: Konture

Foto: Konture

Die Gitterrostmöbel wurden ursprĂŒnglich fĂŒr den Außenbereich eines CafĂ©s entworfen. Sie kamen auf der Blickfang so gut an, dass die Designer Norman Kamp und Birger Schneider sie jetzt als eigene Kollektion auf den Markt bringen. Neben verschiedenen StandardgrĂ¶ĂŸen und -farben sind immer auch kundenspezifische AusfĂŒhrungen möglich. Tische, BĂ€nke und Hocker können das ganze Jahr hindruch draußen stehen – sie trotzen Wind und Wetter. Produzieren lassen die beiden Designer bei einem Stahlbauer im Rheinland.

Gitterrostmöbel von Konture | Foto: Konture

Foto: Konture

www.konture.studio

Clever und nachhaltig: Leuchten und Blumensteher von MilopĂĄrda

Leuchte und BlumenstÀnder von Milopårda | Foto: Milopårda

Foto: MilopĂĄrda

Bei MilopĂĄrda aus Coburg trifft zeitloses Design auf ökologische Verantwortung. Das junge Label verarbeitet ausschließlich Material aus Deutschland und Europa. Die Produkte kommen ohne Schrauben und andere Verbinder aus, sie werden lediglich gesteckt bzw. mit Kordeln verbunden. Gefertigt wird in kleinen – meist sĂ€chsischen – Handwerksbetrieben. Besonders schön: die Lampenschirme gibt es in 24 verschiedenen Farben.

www.miloparda.com

Alltagshelfer neu gedacht: der Stromer von Njustudio

Stromer von njustudio, Coburg | Fotos: njustudio

Fotos: njustudio

Das erste Stromhaustier der Welt – so nennen Kathrin Lang, Nina Wolf und Wolfgang Rössler ihren Stromer. Das freundliche Wesen rĂŒckt immer dann nĂ€her, wenn wir auf dem Sofa arbeiten aber nicht vom Akku abhĂ€ngig sein möchten. Und wenn Steckdosen zu weit entfernt sind (ich hab‘ den Stromer erst kĂŒrzlich auf einer Konferenz entdeckt – zur Versorgung des Beamers). Lieferbar in verschiedenen AusfĂŒhrungen und Farben. Und immer made in Coburg.

Auf der Internetseite des Designstudios findest du noch weitere gut gedachte und gut gemachte Produkte:

www.njustudio.com

Wunderschöne, in Portugal gefertigte Keramik von Onomao

Keramik von ono mao, hergestellt in Portugal | Fotos: ono mao

Fotos: ono mao

Im Sommer 2018 machten sich die BrĂŒder Arthur und Felix Wystrychowski in Portugal auf die Suche nach einer Manufaktur, die ihre Vorstellungen von Keramikgeschirr in die RealitĂ€t umsetzen konnte. GlĂŒcklicherweise sind die beiden fĂŒndig geworden. Ein kleiner Handwerksbetrieb stellt seitdem die hĂŒbschen Teller, Schalen und Vasen her.

Ebenfalls im Sortiment von onomao: handgewebte Teppich aus Stoffresten der portugiesischen Modeindustrie.

www.onomao.com

Hocker, Tische und BĂ€nke mit hĂŒbsch verdrehten Beinen: Niu

Hocker von Niu aus Luzern | Foto: Niu

Foto: Niu

Die schönsten (Holz)Beine der Messe kommen aus Luzern. Sie sind typisch fĂŒr die schlichten Tische, SitzbĂ€nke und Hocker der Designerinnen Simone Hölzl und Christine Urich. Hergestellt werden die MöbelstĂŒcke aus Kernesche, Eiche oder Nussbaum im Schweizer Kanton Schwyz.

Sitzbank von Niu | Foto: niu

Foto: Niu

www.niuform.ch

Lieblingskleid von Mi fashion aus Prag

Suprematism Kollektion von Mi fashion, Prag | Foto: Mi fashion

Foto: Mi fashion

Das Schöne an der Blickfang ist ja, dass es nicht nur um Interior geht. Jedes Mal finden sich auch kleine feine Modelabels ein. Wie Mi fashion, das Label der tschechischen Designerin Lenka Mulabegovic. Besonders schön fand ich das schwarze Kleid mit den sattfarbigen Linien aus Lenkas aktueller Winterkollektion. Inspiriert von den Werken des russischen Malers Kazimir Malevich.

www.mifashion.cz

Da ich auf die Internetseiten der vorgestellten Labels verlinke, habe ich den Beitrag mit „Webung“ gekennzeichnet.

FĂŒnf Lieblingslabels von der Blickfang Stuttgart 2019

{Werbung (unbezahlt)} Seit vielen Jahren schon ist der Besuch der Blickfang eine feste Konstante in meinem FrĂŒhjahrskalender. Rund 250 handverlesene Designer und Labels aus den Bereichen Interior, Mode und Schmuck zeigten vom 15. bis 17. MĂ€rz in der Liederhalle ihre Ideen, Arbeiten und Produkte. Meine fĂŒnf liebsten Entdeckungen in diesem Jahr:

Karina Wendt auf der Blickfang Stuttgart 2019 | Fotos: Karina Wendt (links), Sabine Wittig (rechts)

Foto links: Karina Wendt; Foto rechts: Sabine Wittig

Transparenz in allerschönsten Farben: Karina Wendt entwirft schlichtes Alltagsdesign aus Glas. Sie stellt schon seit mehreren Jahren auf der Blickfang aus und ich freu‘ mich jedes Mal auf die filigrane Farbversammlung an ihrem Stand. Besonders mag ich die Vasen, fĂŒr deren Form sich die GlaskĂŒnstlerin von historischen Milchkannen inspirieren ließ.

Glasdosen mit Porzellandeckel von Karina Wendt

Foto: Karina Wendt

Karinas Glasobjekte werden in Brandenburg mundgeblasen und sind absolut spĂŒlmaschinenfest.

Lampenschirme aus Heu | Fotos: Almut von Wildheim

Fotos: Almut von Wildheim

Das Material fĂŒr diese Lampenschirme wĂ€chst auf Tiroler BerghĂ€ngen: Almheu aus biologischer Landwirtschaft. Rahmen und AufhĂ€ngung bzw. bei der Stehlampe die Beine sind aus Buchen- oder Eichenholz, fĂŒr die Kabel werden natĂŒrliche Jutefasern verwendet. Gestaltet und produziert werden die nachhaltigen Lampen vom österreichischen Label Almut von Wildheim.

Ich mag diese im wahrsten Sinne des Wortes natĂŒrlichen Lampen – und finde sie nicht nur fĂŒr Zuhause wunderbar, sondern z. B. auch in Clean-Eating-Restaurants oder veganen CafĂ©s.

Porzellan von Studio Spolek | Foto: Studio Spolek

Foto: Studio Spolek

Aneta KoutnĂĄ und Marija Skoko waren sich wĂ€hrend ihres Studiums an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle begegnet, sind der Stadt auch nach dem Ende ihrer Studienzeit treu geblieben und haben dort gemeinsam das Studio Spolek gegrĂŒndet. „Spolek“ ist tschechisch und bedeutet „Gemeinschaft“.

Porzellan von Studio Spolek | Fotos: Sabine Wittig

Fotos: Sabine Wittig

Die beiden Produktdesignerinnen entwickeln Schönes aus Glas und Keramik. Ihre Kollektion umfasst Leuchten, Schmuck, Geschirr aber auch Fliesen und Raumteiler. Mir hat auf dem Spolek Stand besonders die Porzellanserie Oblong gefallen und ich hab‘ mir ein kleines Tellerchen in wundervollem Pastellrosa gekauft.

Tische Siegelwerk Manufaktur, Stuttgart | Foto: Siegelwerk Manufaktur

Foto: Siegelwerk Manufaktur

Tische wie Podeste. Schlicht, vielseitig, zeitlos und hochwertig gearbeitet: Orwy und Keya von Siegelwerk, einem jungen DesignbĂŒro aus Stuttgart.

Den Holztisch Orwy gibt’s in zwei Höhen, drei Farben und mit etlichen praktischen Add Ons. Er kann Steharbeitsplatz sein, Beistelltisch, Hausbar, Badmöbel und vieles mehr. Keya (im Bild ganz vorn) ist aus Aluminium und in sechs verschiedenen Farben lieferbar. Ich mag die schlichte Form der Tische – und ihre flexiblen Einsatzmöglichkeiten. Auch der Rat fĂŒr Formgebung findet sie gut und hat sie mit dem German Design Award 2019 ausgezeichnet.

Biertischgarnitur in schön - die Feierei | Foto: Die Feierei

Foto: Die Feierei

Biertischgarnituren in hĂŒbsch – made in Baden-WĂŒrttemberg. Die Feierei aus Radolfzell  fertigt Tische und BĂ€nke, die so praktisch sind wie ihre Vorbilder, aber viel schöner anzusehen und anzufassen sind. Die Hölzer (Esche, Eiche, Kirsche oder Nuss) stammen aus regionaler, nachhaltiger Forstwirtschaft. Die Klappbeine aus Metall gibt’s in fĂŒnf verschiedenen Farben.

Zum Nurdranfeiern eigentlich fast zu schade. Bei mir dĂŒrfte die Garnitur auch dauerhaft in der KĂŒche stehen.

BierbÀnke von Die Feierei | Foto: Die Feierei

Auf die nĂ€chste Blickfang in Stuttgart mĂŒssen wir ĂŒbrigens nicht bis zum nĂ€chsten FrĂŒhjahr warten – sie findet bereits vom 1. bis 3. November dieses Jahres statt. Und zwar in neuen RĂ€umen: den Wagenhallen und im Wizemann Areal.

Fotos: Karina Wendt (1, 3); Almut von Wildheim (4, 5), Studio Spolek (6), Siegelwerk Manufaktur (9), Die Feierei (10, 11) Sabine Wittig (2, 7, 8)

#shopsmallandhappy2018

{Werbung (unbezahlt)}

Ich mag das Internet unter anderem dafĂŒr, dass es auch kleinen und kleinsten Unternehmen Raum bietet. Aufmerksamkeit ĂŒber lokale und regionale Grenzen hinweg. Als das Web 2.0 noch (sehr) jung war, waren die Rahmenbedingungen dabei fĂŒr alle Akteure – ob Weltkonzern oder Einfrau/Einmann-Betrieb – praktisch identisch. Inzwischen bestimmen Algorithmen und Werbebudgets ĂŒber die Sichtbarkeit im Netz. FĂŒr die Kleinen wird es immer schwieriger, entdeckt und wahrgenommen zu werden.

Zum GlĂŒck gibt es Sammelstellen und Multiplikatoren fĂŒr die kleinen, individuellen Labels. Besonders mag ich die Initiative, die Christiane aka renna deluxe und Kathrin von Studio Karamelo im vergangenen Jahr ins Leben gerufen haben: #shopsmallandhappy. Unter diesem Hashtag prĂ€sentieren unabhĂ€ngige DesignerInnen sich und ihre Kollektionen bei Instagram und Facebook. Du kannst also ganz gezielt nach kleinen Labels suchen – und viel Schönes, Individuelles und Nachhaltiges entdecken. Papeterie, Interior, Mode, Schmuck, Kunst, Spielzeug.

FĂŒr einen besseren Überblick haben die beiden den Hashtag jetzt ergĂ€nzt: Unter #shopsmallandhappy2018 findest du die aktuellsten EintrĂ€ge der Menschen, die ihre kleinen Labels mit viel Herz und Leidenschaft betreiben.

Christiane HĂŒbner und Kathrin Bender | Foto links: Anke Sundermeier; Foto rechts: Jean-Marie Engel

Die Initiatorinnen: Christiane HĂŒbner (links), Inhaberin des Labels renna deluxe, und Kathrin Bender von Studio Karamelo | Fotos: Anke Sundermeier (links) und Jean-Marie Engel

Ich hab‘ auch wieder ein bisschen gestöbert und zeig‘ dir vier meiner liebsten ’small and happy labels‘:

Design Delights von renna deluxe | Fotos: renna deluxerenna deluxe: Christiane und ihr Label kenne und mag ich schon seit etlichen Jahren.  Einige ihrer Arbeiten sind auch bei uns zu Hause zu finden. Zum Beispiel die handbedruckten puristischen WeihnachtsanhĂ€nger ‚Engel‘, ‚Stern‘ und ‚Stille‘ . Sie werden auch dieses Jahr im Advent ein BĂŒndel Zweige schmĂŒcken.

Die personalisierten Kulturbeutel sind wundervolle Weihnachtsgeschenke – und sind die FarnblĂ€tter aus Papier nicht allerschönste Wanddekoration?

Papier & Textilien von bastisRIKE | Fotos: bastisRIKEbastisRIKE: Ruhig, schlicht, zeitlos sind Rikes Arbeiten. Immer nachhaltig produziert und auf Langlebigkeit ausgerichtet. DafĂŒr mag ich die Produkte so sehr. Vielleicht hast du bei mir ja schon eines ihrer feinen (und leider ausverkauften) Kissen entdeckt. Oder die kuschlige Webdecke ‚The Grid‘, die es jetzt auch in einem schönen Haselnussbraun gibt. Sehr gern mag ich auch Rikes TĂŒcher und Tischdecken aus Biobaumwolle und den Weihnachtsbaum Print.

Filigrane Stempelkunst von Studio Karamelo | Fotos: Studio KarameloStudio Karamelo: Kathrins Inspirationsquelle ist die Botanik. In ihrem Studio Karamelo findest du Blumenpressen, florale Papeterie und diese wunderschönen Stempel mit den feinfiligranen Pflanzenmotiven. Perfekt zum Verschönern von GeschenkanhĂ€ngern, SamentĂŒtchen, TischkĂ€rtchen, Geschenkpapier und vielem, vielem mehr. Mag ich sehr.

Feine Dinge aus Holz - made in Bielefeld | Fotos: kitschcanmakeyourichKitschcanmakeyourich: Hier ist der Name nicht Programm, denn die Möbel und Wohnaccessoires von Lilli und Sascha sind das Gegenteil von kitschig. Schlicht, schön und zum Ewigbehalten gemacht. Das hĂŒbsche Buchstaben-Brettchen gibt’s von A bis Z. Und das freundliche Krokodil ist Lowboard, Sitzbank, Regal.

Ich hĂ€tte hier noch zahlreiche weitere kleine Labels vorstellen können. Denn schönerweise gibt es richtig viele, die so wundervolle Produkte machen, dass sie unbedingt auch außerhalb ihrer Communities gefunden werden sollten. Wenn du magst, stöber‘ doch ein bisschen:  #shopsmallandhappy2018

Fotos: Anke Sundermeier (1), Jean-Marie Engel (2), Renna Deluxe (3-5), bastisrike (6-9), Studio Karamelo (10,11), kitschcanmakeyourich (12,13)

Porzellanplissee

{Werbung (unbezahlt)}
Nicht nur Stoff lĂ€sst sich fein in Falten legen. Auch Porzellan kann das. Drei hĂŒbsche Beispiele fĂŒr zarte Plissees und schlichte Reliefs auf weißem Gold:

Porzellan-Beistelltisch Plisago von FĂŒrstenberg

FĂŒrstenberg Plisago Porzellan-Beistelltisch | Fotonachweis: Porzellanmanufaktur FĂŒrstenbergSieht auf den allerersten Blick aus wie in fließenden Stoff gehĂŒllt, besteht aber in Wirklichkeit komplett aus Porzellan. Der ungewöhnliche Beistelltisch ist das Ergebnis einer Kooperation der Porzellanmanufaktur FĂŒrstenberg mit dem Studio Besau-Marguerre. Ich mag ihn sehr und befinde mich damit in bester Gesellschaft. Denn der Rat fĂŒr Formgebung hat Plisago kĂŒrzlich mit dem German Design Award 2019 in Gold (Kategorie Furniture) ausgezeichnet.

Porzellan-Beistelltisch Plisago von Besau-Marguerre fĂŒr FĂŒrstenberg | Fotonachweise: Porzellanmanufaktur FĂŒrstenberg

Links: Plisago 42 cm und 52 cm hoch | Rechts: Das Designduo Eva Marguerre und Marcel Besau

Terrakotta Bowls von Kristina Dam Studio

Keramik von Kristina Dam | Fotonachweis: Kristina Dam StudioDie schönsten GefĂ€ĂŸe aus Terrakotta fertigt Kristina Dam. Vor kurzem hat die dĂ€nische Designerin ihre Serie um zusĂ€tzliche Bowls erweitert. Das Material ist mit grauer Keramikmasse ĂŒberzogen – das macht die EntwĂŒrfe so herrlich neutral.

Keramik von Kristina Dam | Fotonachweis: Kristina Dam Studio

Geschirrserie Blend von Rosenthal

Geschirrserie Rosenthal Blend | Fotonachweis: RosenthalBecher, Teller, Bowls: Mehr braucht’s gar nicht fĂŒr ein alltagstaugliches Porzellanservice. Diese schön schlichte Serie hat der französische Produktdesigner Christophe de la Fontaine fĂŒr Rosenthal entworfen. Das Besondere an Blend: Es gibt die Einzelteile in drei verschiedenen Reliefmustern. Klassisch nach oben auslaufend, zweidimensional gegeneinander laufend oder dreidimensional ĂŒbereinander gelegt. Es darf also jeden Tag aufs Neue gemixt werden.

Bilder: Porzellanmanufaktur FĂŒrstenberg (1-3), Kristina Dam Studio (4-6), Rosenthal (7)

Porzellan trifft Birkenrinde: Anna Badur & Moya Birchbark

Ausstellung von Anna Badur und Moya Birchbark bei Trofejas in Berlin-Charlottenburg | Fotos: Sabine Wittig{Werbung (unbezahlt)} Zwei kreative Designerinnen, beide leben in Berlin, jede fĂŒhrt ihr eigenes kleines Label. Anna Badur und Anastasiya Koshcheeva. Anna entwirft Wundervolles aus Porzellan, Stoff und Stein. Anastasiya hat sich ganz der Birkenrinde als Werkstoff fĂŒr ihre  Wohnaccessoires verschrieben. Bei einer Veranstaltung haben die beiden Frauen sich kennengelernt und arbeiten seitdem immer mal wieder zusammen. Ihr letztes Projekt: eine gemeinsame Ausstellung ihrer Produkte. Ich hab‘ die beiden im MĂ€rz – am vorletzten Tag der Ausstellung – in Berlin besucht und war begeistert, wie fein ihre Kollektionen zusammenpassen.

Anna Badur und Moya Birchbark bei Trofejas in Berlin-Charlottenburg | Fotos: Sabine WittigAnnas Arbeiten kenne ich schon lĂ€nger – vor allem ihre erst kĂŒrzlich entstandenen Porzellanserien mag ich sehr. Die Teller, Becher und Vasen haben etwas FlĂŒchtiges, Leichtes. Erinnern an Wasser, Nebel, Gischt und an die permanent wechselnden Muster, die Meereswellen in Sand zeichnen. Das verwundert nicht, denn Annas wichtigste Inspiration ist die NordseekĂŒste. Dort ist sie aufgewachsen.

Porzellanserie TIDE von Anna Badur | Foto: Sabine WittigDie Dessins werden von Hand aufgemalt und sind auf jedem StĂŒck ein bisschen anders.

Moya Birchbark im Showraum Trofejas in Berlin-Charlottenburg | Fotos: Sabine WittigBirkenrinde als Material fĂŒr Wohnaccessoires? Was man wohl nicht auf Anhieb in Zusammenhang bringt, ist in Wirklichkeit traditionelle sibirische Handwerkskunst. Unter ihrem Label MOYA verwandelt die deutsch-russische Designerin Anastasiya Koshcheeva das Naturprodukt in schlichtes, nachhaltiges Design.So schön. FĂŒr ihre Vorratsdosen, Leuchten und Hocker nutzt sie naturbelassene Rinde aus der Taiga Sibiriens. Geerntet wird einmal pro Jahr. Dabei wird darauf geachtet, dass die innere Rindenschicht nicht verletzt wird und die BĂ€ume keinen Schaden nehmen.

Vorratsdosen aus Birkenrinde von Moya und Porzellanteller von Anna Badur | Foto: Sabine WittigWomit ich nicht gerechnet hĂ€tte: Die Vorratsdosen sind lebensmittelecht – Kaffee, Tee und Leckereien dĂŒrfen also ohne zusĂ€tzliche Verpackung rein. Die BehĂ€lter können mit Wasser ausgespĂŒlt werden, ohne dass sich das Material verzieht, austrocknet oder porös wird. Ziemlich gut, oder?

Showraum Trofejas in Berlin-Charlottenburg | Fotos: Sabine WittigNicht nur die Produkte von Anna und Anastasiya passen aufs Schönste zusammen – die beiden Designerinnen haben sich fĂŒr ihre Ausstellung auch einen perfekten Rahmen gewĂ€hlt: den Showraum Trofejas im Erdgeschoss eines Wohnhauses in Berlin-Charlottenburg. Die eklektische Möblierung des Raums erzeugt spannende StilbrĂŒche und ist wunderbare BĂŒhne fĂŒr feines Design. Schon bald findet dort eine weitere – sicher sehenswerte – Ausstellung statt: Dieses Mal treffen Schmuck und Fotokunst aufeinander. Schau‘ doch vorbei, wenn du in Berlin wohnst – oder in der NĂ€he bist.

Einladung zur Ausstellung im Trofejas Showraum in Berlin-Charlottenburg

Der Trofejas Showraum befindet sich in der Wielandstraße 31 in Berlin-Charlottenburg. Einfach wĂ€hrend  der Öffnungszeiten an der HaustĂŒr klingeln!

Fotos: Sabine Wittig; Ausstellungseinladung: Trofejas, Ülle Kouts, Jurga Graf

Wenn die Wohnung zum Pop-Up-Store wird

open day bei la mesa im Oktober 2017 Als Herr azurweiss und ich im Oktober 2014 zum ersten Mal unser Haus fĂŒr einen Tag zum Interior-Laden  machten, war uns im Vorfeld ganz schön mulmig zumute. WĂŒrde ĂŒberhaupt jemand kommen? Wer wĂŒrde kommen und wie wĂŒrde es sich anfĂŒhlen, wenn sich fremde Menschen in unseren vier WĂ€nden umsehen? Schon nach den ersten Minuten wurde damals klar: Unsere Bedenken waren vollkommen unnötig. Es kamen mehr GĂ€ste als erwartet. Freunde, Bekannte, Nachbarn, Freunde von Freunden, Blogleser, Online-Kunden, Instagram-Follower. Es wurde fröhlich, lustig, bunt und inspirierend. Und es fĂŒhlte sich gut an. So wie an den darauffolgenden Open Days und genau so wie vorletzten Samstag, als wir unsere TĂŒren zum inzwischen fĂŒnften Mal fĂŒr den la mesa Open Day öffneten. Viele StammgĂ€ste, etliche neue Kunden und unser fantastisches Helferteam haben den Tag wieder zu einem wundervollen Erlebnis gemacht. Dankesehr an alle, die da waren!

Tag der offenen TĂŒr bei la mesa im Oktober 2017Stephanie hat den Tag mit der Kamera begleitet und ich zeig‘ dir als Dienstags-Inspiration ein paar Dekodetails. ZusĂ€tzlich zum la mesa Showroom im Untergeschoss wurde unser Erdgeschoss wieder zum Pop-Up-Store fĂŒr schlichte Keramik, feines Porzellan, hĂŒbsche Papeterie und charmante Kleinigkeiten fĂŒr Herbst und Weihnachten.

Tag der offenen TĂŒr bei la mesa im Oktober 2017Da ich kaum noch Textiles im la mesa Sortiment habe, hab‘ ich Eva von Lumikello gefragt, ob sie nicht Lust hĂ€tte, ein paar ihrer wundervollen Produkte beizusteuern. Ich mag Evas upgecycelte Kissen und ihre schlichten HĂ€kelkörbchen so gerne und finde, sie passen ganz fein zu la mesa.

Tag der offenen TĂŒr bei la mesaInzwischen nutzen wir unser Erdgeschoss wieder zum Wohnen. Das la mesa Sortiment befindet sich wieder ausschließlich im Showroom. Dort kannst du ĂŒbrigens – nach Voranmeldung – jederzeit gerne reinschauen.

Tag der offenen TĂŒr bei la mesa im Oktober 2017Und am nĂ€chsten ‚richtigen‘ Tag der offenen TĂŒr mit Pop-Up-Store im Erdgeschoss und auf der Terrasse wird’s frĂŒhsommerlich: Er findet am 5. Mai 2018 statt. Bist du dabei? Ich freu‘ mich heute schon drauf!

Fotos: Stephanie Schetter (13), Eva Kaiser (1), Sabine Wittig (5)

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Zu Besuch im Letterpress Studio von CĂ©line Mehl in Stuttgart

azurweiss atelierbesuch | Foto: Sabine WittigLetterpress? Mit diesem Druckverfahren stellt man die hĂŒbsche Papeterie mit den sanften Vertiefungen (ĂŒber die man am liebsten stĂ€ndig streichen mag) her. Zum ersten Mal bin ich vor rund drei Jahren mit Letterpress in BerĂŒhrung gekommen. WĂ€hrend eines Bloggerevents in CĂ©lines damaligem Atelier in Stuttgarts Heusteigviertel. Inzwischen ist die Halbfranzösin in die Silberburgstraße umgezogen. Passenderweise in RĂ€ume, in denen schon vor einem Jahrhundert Druckpressen im Einsatz waren. Denn: Das GebĂ€ude wurde in den 1890er Jahren von Carl Engelhorn, einem Stuttgarter Verleger, als Wohn- und Verlagshaus errichtet.

KĂŒrzlich habe ich CĂ©line besucht, ihr beim Arbeiten ĂŒber die Schulter geschaut, ĂŒber ihre SelbstĂ€ndigkeit geplaudert und ihr ihre Lieblings-Lunch-Adressen in Stuttgart entlockt.

Atelierbesuch bei CĂ©line Mehl | Fotos: Sabine Wittig

Leidenschaft fĂŒr Papier

„Die Liebe zum Papier – sie gehört einfach zu mir. Schon als Kind hab‘ ich unheimlich viel gebastelt, BĂŒro und Post gespielt, Alben geklebt, Brieffreundschaften gepflegt“, erzĂ€hlt CĂ©line. Nach Kunstschule, Mediendesignstudium und einigen Jahren als Grafikdesignerin in einer Werbeagentur hat sie sich 2013 ganz ihrer Leidenschaft fĂŒr Papier verschrieben und ein Letterpress Atelier eröffnet.

Letterpress Karte von CĂ©line Mehl | Foto: Sabine Wittig

Letterpress Papeterie: nicht nur optisch, auch haptisch ein Erlebnis.

Neben ihrer eigenen Kollektion (vor allem Karten, GeschenkanhĂ€nger, Poster) gestaltet CĂ©line individuelle Papeterie – z. B. Einladungen zur Hochzeit oder Sonderanfertigungen fĂŒr Unternehmen und Agenturen. Die EntwĂŒrfe entstehen am Rechner – alles andere ist Handarbeit. Der Prozess beginnt mit der Herstellung der Klischees und Filme. Das sind Schablonen, mit deren Hilfe die Druckpresse das Motiv auf das Papier ĂŒbertrĂ€gt.

Atelierbesuch bei CĂ©line Mehl | Fotos: Sabine Wittig

Bevor gedruckt werden kann, wird die Farbe gemischt. CĂ©line arbeitet mit Volltonfarben nach dem Pantone Farbsystem. Die gewĂŒnschten Farbtöne werden anhand eines Pantone FarbfĂ€chers ausgewĂ€hlt und aus verschiedenen Basisfarben gemischt. Um das richtige MischungsverhĂ€ltnis zu erreichen, werden die Basisfarben aufs Mikrogramm (!) genau gewogen. Schon kleinste Abweichungen beim Gewicht können den Farbton im gedruckten Produkt verĂ€ndern.

Atelierbesuch bei CĂ©line Mehl | Fotos: Sabine Wittig

Die fertig gemischte Farbe wird auf die Druckpresse aufgetragen und die Papeterie Bogen fĂŒr Bogen eingelegt und bedruckt (und gleichzeitig geprĂ€gt). Was sich einfach anhört, erfordert in Wirklichkeit jede Menge Geduld, GespĂŒr und handwerkliches Können. Die Maschine muss exakt auf das jeweilige Papier abgestimmt, DruckprĂ€zision und Farbauftrag mĂŒssen laufend ĂŒberprĂŒft werden. CĂ©line druckt ĂŒbrigens am liebsten auf einer echten AntiquitĂ€t: einer Chandler & Price Tiegeldruckpresse, die 1890 in Cleveland, Ohio gebaut wurde und die sie eigens fĂŒr ihr Atelier aus den USA importiert hat.

Atelierbesuch bei CĂ©line Mehl | Fotos: Sabine Wittig

Stimmt die Farbe mit dem ausgewĂ€hlten Farbton ĂŒberein? Ist die PrĂ€gung in Ordnung? Immer wieder checkt CĂ©line das Druckergebnis.

Sollen mehrfarbige Produkte entstehen, werden die einzelnen Farben nacheinander gedruckt. Jede Farbe macht ein eigenes Klischee und einen separaten Druckdurchlauf erforderlich. Ja, Letterpress ist ein aufwendiges Verfahren. Aber die Ergebnisse sind wundervoll. Auch, weil Céline sehr viel Wert auf die richtige PapierqualitÀt legt.

Atelierbesuch bei CĂ©line Mehl | Fotos: Sabine Wittig

Die Entscheidung, ihren festen Job fĂŒr die SelbstĂ€ndigkeit aufzugeben hat CĂ©line noch nie bereut. „Ich liebe die UnabhĂ€ngigkeit. So stressig und verantwortungsvoll es auch ist, und der Staat es einem nicht einfach macht, möchte ich die Freiheit, die ich als SelbstĂ€ndige habe, nicht mehr missen“, erklĂ€rt sie. „Mein perfekter Arbeitstag: Mit einem guten FrĂŒhstĂŒck und vielleicht ein bisschen Yoga in den Tag starten. Ohne Stau ins Studio fahren, das Dringlichste abarbeiten um den Stein fĂŒr den Tag fallen lassen zu können. Dann bei guter Musik Produkte konzipieren und produzieren – um am Abend mit dem guten GefĂŒhl nach Hause fahren, wieder viel erledigt zu haben.“

Atelierbesuch bei CĂ©line Mehl | Fotos: Sabine Wittig

CĂ©lines Lieblings-Lunch-Adressen in Stuttgarts SĂŒden

Wenn CĂ©line keine Lust hat, sich ihr Essen von zu Hause mitzubringen, geht sie gerne ins Claus (Deli & Eismanufaktur) in die TĂŒbinger Straße 41 oder ins Reiskorn in die Torstraße 27. FĂŒr den Kaffee zwischendurch empfiehlt CĂ©line das Misch Misch in der TĂŒbinger Straße 95.

Atelierbesuch bei CĂ©line Mehl | Foto: Sabine Wittig

Ich fand meinen Besuch bei und den Austausch mit CĂ©line sehr inspirierend. Hab‘ die AtmosphĂ€re der historischen RĂ€ume, den Geruch nach Farbe und das melodische „rtsch, rtsch“ der nostalgischen Druckpressen sehr genossen. Dankeschön, liebe CĂ©line, dass du dir trotz vollen Terminkalenders Zeit fĂŒr mich genommen hast!

Nachtrag 2022: Inzwischen ist CĂ©line mit ihrem Studio nach Norddeutschland umgezogen.

CĂ©line Mehl
Dot or dash – Studio fĂŒr Letterpress & Design
www.dotordash.com

Fotos: Sabine Wittig

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Inspiration am Dienstag* – Upcycling Kissen „Square“ von Lumikello

(M)ein Lieblingsplatz im Wohnzimmer | Foto: Sabine WittigEinige Monate stand unser eisblauer Vintage Sessel im Flur im Obergeschoss. Seit letzter Woche hat er wieder einen Platz im Wohnzimmer. Und er hat ein neues Kissen. LÀngere Zeit hatte ich nach einem Exemplar gesucht, das gut zum Eisblau des Sessels passt und gleichzeitig die Rosatöne bereits vorhandener Kissen (z. B. dem von Hay hier) aufgreift.

Vintage meets Upcycling | Fotos: Sabine WittigFĂŒndig geworden bin ich bei Eva aka Lumikello. Wir hatten uns im MĂ€rz zur Blickfang in Stuttgart auf einen Kaffee getroffen und sie hat mir einen Prototypen ihrer neuen „Square“ Kollektion gezeigt. Das war genau mein Geschmack. Und mit ihrem wundervollen GespĂŒr fĂŒr Farbkombinationen hat Eva mir dann (m)ein Traumkissen gehĂ€kelt.

Lumikello KissenBei Lumikello ist jedes Kissen ein Unikat. Denn: Das Material ist nicht unbegrenzt in jeder Farbe vorhanden. Eva sammelt fĂŒr ihre Produkte (neben Kissen macht sie auch fabelhafte Poufs und herrliche Teppiche) gebrauchte Textilien aus dehnbarem Baumwolljersey. FĂŒndig wird sie z. B. in GebrauchtwarenlĂ€den – sie freut sich aber auch ĂŒber Ausrangiertes von dir und spendet fĂŒr jedes StoffstĂŒck 10 Cents an eine gemeinnĂŒtzige Organisation.

Bevor T-Shirts, Nachthemden, SpannbetttĂŒcher & Co. verhĂ€kelt werden, werden sie gewaschen und in Streifen geschnitten. Ich mag diese Art des Upcycling sehr. Zum einen, weil nicht mehr Benötigtes sinnvoll weitergenutzt wird und zum anderen, weil daraus  richtig gute und stylische Wohnaccessoires entstehen.

Upcycling Kissen von Lumikello | Fotos: Sabine WittigIch freu‘ mich sehr ĂŒber mein hĂŒbsches EinzelstĂŒck. Weitere EinzelstĂŒcke aus Evas Kollektionen findest du im Lumikello Online-Shop.

*Immer dienstags zeige ich hier Dinge, die mir besonders gut gefallen und die mich inspirieren.

Fotos: Sabine Wittig

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken