Wundervollste B-Ware

Im Sommer 2019 fĂŒllte das temporĂ€re Restaurant LĂŒcke fĂŒr drei Monate eine BaulĂŒcke in der Weimarer Innenstadt. Aufgebaut wurde das Pop-Up-Restaurant ausschließlich aus Restmaterialien wie gebrauchten BauzĂ€unen, ausrangierten Fenstern, Lkw-Böden und Scheunentoren. Auch das Geschirr der LĂŒcke sollte nachhaltig sein – und dennoch etwas Besonderes.

Geschirrkonzept von Susann Paduch

Das Designknonzept von Susann Paduch macht aus fehlerhaftem Porzellan eine einzigartige Geschirrserie.

Die Entwicklung einer eigenen Geschirrserie wĂ€re viel zu aufwĂ€ndig (und nicht wirklich nachhaltig) gewesen. Deshalb machte sich die Designerin Susann Paduch auf die Suche nach bereits existierenden Tellern, Tassen und Co., denen sie durch OberflĂ€chenveredelung ein zum Pop-Up-Restaurant passendes Gesicht geben konnte. FĂŒndig wurde sie im B-Waren-Verkauf des Porzellanherstellers Kahla – nur wenige Kilometer von Weimar entfernt. Die Wahl fiel auf die Geschirrserie Update von Kahla-Designerin Prof. Barbara Schmidt.

Update ist aufgrund seines Designs bereits ausgesprochen nachhaltig: Die Serie basiert auf nur wenigen Teilen, die jeweils mehrere Funktionen ĂŒbernehmen. So ist ein Teller gleichzeitig Deckel, Untersetzer, Untertasse oder ServierschĂ€lchen. Gut 500 Update-Geschirrteile stiftete Kahla fĂŒr das Restaurant LĂŒcke.

Kleine Makel ĂŒbernehmen die Hauptrolle

Inspiration fĂŒr das Design fand Susann Paduch in den kleinen Makeln der B-Ware. Zum Beispiel schwarze PĂŒnktchen, die wĂ€hrend des Brennprozesses durch verglĂŒhte Partikel in der Luft entstehen. Oder als Nadelstiche bezeichnete GasblĂ€schen in der Glasur. Die FunktionalitĂ€t des Geschirrs wird durch diese Ausschusskriterien nicht beeintrĂ€chtigt, dennoch empfinden Konsumenten sie laut Kahla als störend. Betroffene Porzellanteile werden deshalb aussortiert und als B-Ware verkauft oder sogar vernichtet.

Geschirrserie LĂŒcke von Susann Paduch und Kahla

Jedes Geschirrteil erzÀhlt (s)eine kleine Geschichte.

Die Designerin hat jedes Teil des gespendeten Geschirrs untersucht, alle UnregelmĂ€ĂŸigkeiten (Susanne Paduch nennt sie PhĂ€nomen) notiert und kategorisiert und mit einem Etikett versehen, das ĂŒber die Art des PhĂ€nomens, dessen Ursprung und HĂ€ufigkeit innerhalb des gesamten Geschirrsatzes informiert. Die Etiketten wurden in die Glasur dauerhaft eingebrannt. Sie machen jedes Geschirrteil zum Unikat und erzĂ€hlen etwas ĂŒber die KomplexitĂ€t der Porzellanherstellung.

Ausgezeichnetes Design

Ich mag dieses Projekt sehr. Nicht nur, weil die Designerin fehlerhaftem Porzellan eine neue Ästhetik gegeben hat. Auch, weil Makel nicht versteckt, sondern betont werden und die Etiketten neugierig auf den Herstellprozess machen. Und vielleicht zum Nachdenken ĂŒber das eigene Konsumverhalten anregen.

Die Gestaltungs- und Umweltexperten der Jury des Bundespreises Ecodesign waren von dem Konzept ebenfalls ĂŒberzeugt und zeichneten Susann Paduch und Kahla Ende November mit dem Bundespreis Ecodesign 2020 aus. Herzlichen GlĂŒckwunsch!

LÜCKE - Pop-up-Restaurant in Weimar

15 Sommerwochen lang hatte das Pop-up-Restaurant LĂŒcke 2019 in Weimar geöffnet.

Susann Paduch ist kĂŒnstlerische Mitarbeiterin der Professur Material und Umwelt an der Bauhaus UniversitĂ€t Weimar.

Kahla Porzellan mit Sitz im gleichnamigen Ort in ThĂŒringen wurde 1844 gegrĂŒndet. Das Unternehmen trĂ€gt das Pro-Öko-Siegel und produziert zu 100 Prozent in Deutschland.

Fotos: Philipp Montenegro

Die Geschichte beginnt mit einem Huhn

[Werbung*] Kurz nach ihrem 21. Geburtstag, versuchte Ella Risbridger sich einem Bus der Linie 25 Richtung Oxford Street in den Weg zu stellen. In den Monaten davor war ihr alles in der Welt zu viel geworden. Zu laut, zu grell, zu schnell.

Noch im Krankenhaus – im Wartezimmer der Psychiaterin – dachte Ella zum ersten Mal seit langer Zeit daran, einen Pie zu backen. Stellte sich vor, wie sie den MĂŒrbteig kneten, den Lauch in irischer Butter dĂŒnsten und den Pie am Ende mit Eigelb bestreichen und mit ihren Initialen aus Teig vollenden wĂŒrde. Zuhause bereitete sie den Pie zu. Und es folgten weitere Gerichte. Auch das Huhn, das ihrer Geschichte den Namen gab.

Das Kochen (und Backen) half Ella ĂŒber die Traurigkeit hinweg. Ihre liebsten Rezepte hat sie in „Die Geschichte beginnt mit einem Huhn“ aufgeschrieben. Was ich sehr mag: Sie erklĂ€rt nicht einfach das Zubereiten der Speisen, sondern „erzĂ€hlt“ ihre Rezepte in einer wundervollen Sprache. Und sie spickt sie mit Geschichten, Kindheitserinnerungen und klugen Gedanken.

Die Geschichte beginnt mit einem Huhn

Midnight Chicken (so der englische Originaltitel des Buches) ist keinesfalls nur Kochbuch. FĂŒr mich ist es gleichzeitig wundervolle LektĂŒre fĂŒr (herbstliche) Nachmittage auf dem Sofa. Ich hab‘ das Buch hĂ€ppchenweise gelesen und mich auch an den Rezepten erfreut, die ich als Beinahe-Vegerarierin wohl niemals nachkochen werde (z. B. die Carbonara fĂŒr Caroline).

Äpfel aus Nachbars Garten

Gut 80 Rezepte hat Ella in ihrem Buch zusammengetragen. Es sind Gerichte, die sie selbst immer wieder zubereitet. Maslen-Brot („Das einfachste Brot der Welt“), beschwipste Amaretto-KĂŒrbis-Suppe und Notfallrisotto gehören ebenso dazu wie Etcetera-Apfelkuchen, Mardi-Gras-Pfannkuchen und Sonntagmorgenschnecken.

Die Geschichte beginnt mit einem Huhn

Es gibt ĂŒbrigens keine Fotos im Buch. DafĂŒr die entzĂŒckenden Zeichnungen der britischen Illustratorin Elisa Cunningham. So schön!

Ella Risbridger | Foto: Gavin Day

Ella Risbridger | Foto: Gavin Day

Ella Risbridger:
Die Geschichte beginnt mit einem Huhn
Rezepte, fĂŒr die es sich zu leben lohnt

Illustrationen: Elisa Cunningham
Übersetzung aus dem Englischen: Ariane Böckler
Callwey Verlag, 288 Seiten
Erschienen im September 2020
ISBN: 978-3-7667-2487-8
29,95 EUR

Du erhÀlst das Buch bei deinem lokalen BuchhÀndler oder online versandkostenfrei (innerhalb Deutschlands) direkt beim Callwey Verlag.

*Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zugesandt. Deshalb ist der Beitrag mit Werbung gekennzeichnet.

Fotos: Sabine Wittig (1-3) und Gavin Day (4)

Rezept fĂŒr saftige Kirsch-Schoko-Muffins

Kirschen

Es war ein Kirschsommer. Der eigene Garten ist viel zu klein fĂŒr BĂ€ume, dennoch durften wir uns ĂŒber eine reiche Ernte mitfreuen. Wir wurden ĂŒppig beschenkt: von Freunden, Verwandten, GeschĂ€ftspartnern.

Kirschen

Die köstlichen Fruchtkugeln – allesamt wie gemalt – kamen in Körbchen und Schuhkartons. Stets in großer Menge. So sind etliche GlĂ€ser Kirschmarmelade entstanden, die sĂŒĂŸen FrĂŒchte kamen großzĂŒgig ins morgendliche MĂŒsli oder wurden abends zum Nachtisch genascht.

Kirschmarmelade

Außerdem hab‘ ich mein Standard-Muffins-Rezept variiert und herrlich saftige Kirsch-Schoko-Muffins gebacken.

Kirschmuffins

Rezept fĂŒr saftige Kirsch-Schoko-Muffins

Zutaten:
(fĂŒr ca. 12 StĂŒck)

250 g Kirschen
250 g Mehl
80 g Zucker
50 g Schokoraspel (Halbbitter)
2 Teelöffel Reinweinstein-Backpulver
1 gehÀufter Teelöffel Kakao
1/2 Teelöffel Salz
1 Ei
200 g Sahne
50 ml Milch (oder Haferdrink)
50 g weiche Butter (oder Margarine)

Um unseren Milchproduktekonsum zu reduzieren, ersetze ich (nicht nur) beim Backen zunehmend Butter durch Margarine und Milch durch Haferdrinks. Klappt wunderbar, schmeckt genauso gut.

Kirschmuffins

Ein Muffinblech mit Papierförmchen bestĂŒcken. Die Kirschen waschen und entsteinen. (Ich entsteine sie nicht klassisch, sondern schneide sie rund um den Kern in vier StĂŒcke. Auf diese Weise bleiben die Finger ein bisschen sauberer und die Kirschen verteilen sich besser im Teig).

Den Backofen (Ober-/Unterhitze) auf 200 °C vorheizen. Umluft 180 °C.

Mehl, Zucker, Schokoraspel, Backpulver, Kakao und Salz in einer großen SchĂŒssel vermischen. In einer hohen RĂŒhrschĂŒssel Sahne, Milch (oder Haferdrink), das Ei und die Butter (bzw. Margarine) schaumig rĂŒhren. Diese Mischung unter die trockenen Zutaten heben und die Kirschen dazugeben. Alles gut vermengen und den Teig in die Muffinförmchen fĂŒllen.

Die Muffins ca. 25 bis 30 Minuten backen. Aus dem Ofen nehmen aber noch ca. fĂŒnf Minuten in den Förmchen lassen. Danach zum AbkĂŒhlen auf ein Kuchengitter geben und möglichst frisch genießen!

Fotos: Sabine Wittig

Rezept fĂŒr schnelle KrĂ€uter-KĂ€se-Scones

ZurĂŒckgezogenheit ist seit Mitte MĂ€rz die große Überschrift (nicht nur) in meinem Leben. Selten zuvor (und nie in dieser IntensitĂ€t) blieb so viel Raum fĂŒr die kleinen Dinge, die normalerweise dem Überfluss an Terminen, Veranstaltungen, Möglichkeiten und den eigenen AnsprĂŒchen zum Opfer fallen. Noch genieße ich diesen Zustand und freu‘ mich ĂŒber die geschenkten Stunden um z. B. neue Rezepte auszuprobieren. Wie kĂŒrzlich das fĂŒr diese schnellen Scones, die es inzwischen mehrmals – in verschiedenen Varianten – bei uns gab.

KrÀuter-KÀse-Scones | Foto: Sabine Wittig

Zutaten
(fĂŒr ca. 20 Scones)

150 g Mehl
1 Teelöffel Reinweinstein-Backpulver
1 Ei
125 ml Milch
200 g geriebenen KĂ€se (z. B. Emmentaler)
KrÀuter (z. B. Schnittlauch oder Petersilie)
Pfeffer
Salz

KrÀuter-KÀse-Scones | Foto: Sabine Wittig

SĂ€mtliche Zutaten vermengen und mit Hilfe zweier Esslöffel kleine Nocken auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen. 15 Minuten bei 180 °C (Heißluft) backen. Fertig!

Rezept fĂŒr schnelle KrĂ€uter-KĂ€se-Scones | Sabine Wittig

Wir genießen die Scones gerne als Beilage zu Suppe oder Salat. Sobald wieder Freunde zum Essen kommen, wird’s die kleinen HĂ€ppchen zum BegrĂŒĂŸungssekt geben.

Rezept fĂŒr schnelle KrĂ€uter-KĂ€se-Scones aus azurweiss | Foto: Sabine Wittig

Fotos: Sabine Wittig

Zwischen Zuversicht und Zweifel

Sydney Harbour Bridge

Vor gut vier Wochen ist dieses Foto entstanden. Am Ende unseres Australienurlaubs. Als die Welt noch eine unbeschwertere war. Und wie sieht diese Welt heute aus? Stillstand, Einsamkeit, Krankheit, Trauer und (Existenz-)Ă€ngste fĂŒr so viele. Unglaubliche Arbeitspensen und ein enormer Druck fĂŒr viele, viele andere. Aber auch SolidaritĂ€t, Eigeninitiative, KreativitĂ€t, WertschĂ€tzung und ganz neue PrioritĂ€ten.

Ich bin Optimistin und schaffe es normalerweise ganz gut, in allem das Positive zu entdecken. Im Moment bin ich allerdings hin- und hergerissen zwischen Zuversicht (am Ende wird alles gut, womöglich besser als zuvor) und Zweifel (was, wenn es noch schlimmer kommt?).

Geht es dir genauso? Dann helfen dir vielleicht die Texte und Videos, die das  Zukunftsinstitut Horx im Zusammenhang mit Corona hier zur VerfĂŒgung stellt. Ich lese dort regelmĂ€ĂŸig, mir geben die Inhalte Orientierung und sie machen mir Mut.

Komplett unabhĂ€ngig von Corona – aber dennoch passend zum großen Thema VerĂ€nderungen – hab‘ ich außerdem zwei Buchtipps fĂŒr dich. (Unbeauftragte Werbung*)

Wenn das Schicksal anklopft ... | Buchempfehlung von Sabine Wittig

Wenn das Schicksal anklopft, mach auf : Im neuesten Roman der französischen Autorin Marie-Sabine Roger geht es um Zweifel und Ängste. Aber noch viel mehr um Perspektivenwechsel, den anderen Blick auf die RealitĂ€t und darum, wie kleine (und grĂ¶ĂŸere) VerĂ€nderungen unglaublich viel Positives bewirken können.

Marie-Sabine Roger erzĂ€hlt eine hinreißende Geschichte ĂŒber zwei Frauen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Deren Wege sich zufĂ€llig kreuzen und deren Leben dadurch ihre Richtungen Ă€ndern. Neben der eigentlichen Geschichte mag ich die kluge und nuancierte Sprache des Buchs. Einige der einprĂ€gsamsten Bilder lĂ€sst Marie-Sabine Roger in unserem Kopf vor allem durch das, was sie NICHT sagt, entstehen. (Und Übersetzerin Claudia Kalscheuer sorgt dafĂŒr, dass wir auch im Deutschen in den Genuss dieser erzĂ€hlerischen Leckerbissen kommen.) Bei aller Tragik der Figuren (nicht nur der beiden Protagonistinnen) ist es zwar ein nachdenklich machendes aber kein tieftrauriges Buch. Im Gegenteil, manche Situationen sind so komisch, dass ich beim Lesen laut lachen musste.

Wenn dir der Stil von Marie-Sabine Roger gefĂ€llt, magst du vielleicht auch ihren schon Ă€lteren ErzĂ€hlband Die KĂŒche ist zum Tanzen da. Ich hab‘ ihn mir vor lĂ€ngerer Zeit gekauft und kĂŒrzlich zum zweiten Mal gelesen. Die 14 Geschichten sind stiller und melancholischer als der neue Roman, aber genauso liebenswert.

Die KĂŒche ist zum Tanzen da von Marie-Sabine Roger | Buchtipp von Sabine Wittig

Beide BĂŒcher sind im Atlantik Verlag erschienen. Du kannst sie direkt bei deiner lokalen Lieblingsbuchhandlung bestellen. Gerade jetzt ist es soooo wichtig, die kleinen LĂ€den zu unterstĂŒtzen. Viele bieten ganz wundervolle Services an (z. B. persönliche, kontaktlose Auslieferung, hĂŒbsche Geschenkverpackungen, individuelle Grußkarten etc.) Vielleicht magst du eines der BĂŒcher fĂŒr einen Lieblingsmenschen bestellen und – zusammen mit einer schönen Osterkarte – direkt dorthin liefern lassen?

Wenn das Schicksal anklopft, mach auf
ISBN: 978-3-455-00843-2
Erschienen: 04.02.2020
22,- Euro

Die KĂŒche ist zum Tanzen da
ISBN: 978-3-455-60028-5
Erschienen: 16.04.2016
18,- Euro

*Das Buch „Wenn das Schicksal anklopft, mach auf“ wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zugesandt.

Fotos: Lars Schietinger (1), Sabine Wittig (2+3)

Gerne weniger

sabine wittig, kommunikationsberaterin aus stuttgartVor einigen Jahren begann ein neues Jahr fĂŒr mich mit einer Fastenwoche. Das war eine spannende Erfahrung. Ich fĂŒhlte mich energiegeladen und unglaublich fit. Konnte GerĂŒche besonders intensiv wahrnehmen und hatte danach fĂŒr recht lange Zeit keine Lust mehr auf SĂŒĂŸes. Die Wiederholung im darauffolgenden neuen Jahr verlief nicht ganz so gut. Am Tag des Fastenbrechens spielte mein Kreislauf verrĂŒckt. Seitdem faste ich nur noch selektiv – aber dafĂŒr lĂ€nger als eine Woche. Immer vom 1. Januar bis zu meinem Geburtstag Mitte Februar trinke ich keinen Alkohol.

Dieses Jahr verzichte ich zusĂ€tzlich auf Konsum (Lebensmittel ausgenommen), SĂŒĂŸigkeiten und Zucker im Kaffee (den versuche ich mir schon seit lĂ€ngerem abzugewöhnen).

Die Alkoholaskese fĂ€llt mir leicht. Auch der temporĂ€re Konsumverzicht (keine Kleidung, keine Wohnsachen, keine BĂŒcher, …) ist nicht sonderlich herausfordernd. Schon seit geraumer Zeit trenne ich mich lieber von Dingen, als dass Neues hinzukommt. (Was nicht bedeutet, dass ich bei feiner Keramik oder einem schönen KleidungsstĂŒck nicht schwach wurde. Vom wahren Minimalismus bin ich weit, sehr weit entfernt.) In Sachen BĂŒcher hab‘ ich ein bisschen geschummelt und im Dezember einen kleinen Vorrat angeschafft. Das mit den SĂŒĂŸigkeiten und dem Zucker ist wirklich schwer.

Im Dezember war ich spontan fĂŒr zwei Tage in MĂŒnchen und hab‘ vor der RĂŒckfahrt in der Bahnhofsbuchhandlung das Buch (unbeauftragte Werbung) „Schluss mit dem tĂ€glichen Weltuntergang“ von Maren Urner gefunden. Was fĂŒr ein GlĂŒck. Ich kann schon heute sagen, dass dieses Werk eines meiner wichtigsten BĂŒcher 2020 sein wird. Maren Urner ist Neurowissenschaftlerin und zeigt, wie uns die alltĂ€gliche (meist digitale) Informationsflut stresst und warum die Welt in vielen Bereichen in Wirklichkeit besser ist als die (meist negativen) Schlagzeilen es vermuten lassen. Und weshalb es entscheidend ist, worauf wir unsere Aufmerksamkeit lenken.

Das Internet gehört zu meinem Leben (beruflich wie privat), ich mag meine Communities in den sozialen Medien und ich bin froh ĂŒber die komfortablen Möglichkeiten zur Informationsbeschaffung. Trotzdem gesellen sich zur Inspiration und zum freundlichen Austausch auch Überdruss und Unzufriedenheit. Dank Maren Urner weiß ich jetzt, woran das liegt. Den Griff zum Smartphone werde ich kĂŒnftig deshalb öfter sein lassen. Also bitte nicht wundern, wenn es mit meinen Antworten bei Instragram, WhatsApp und Co. ein bisschen lĂ€nger dauert. Ich bin wahrscheinlich im Garten oder bĂŒcherlesend auf dem Sofa. Mit einer Tasse Kaffee ohne Zucker.

Fotos: Sabine Wittig

Frohe Festtage

Minimalistische Weihnachtsdeko, der Fröbelstern | Foto: Sabine Wittig

Die erste vorweihnachtliche Zeit ohne la mesa. Keine Bestellungen, keine Pakete, kein Lieferterminjonglieren. DafĂŒr Zeit und Muße fĂŒr gute Freunde, gute BĂŒcher, gutes Essen.

Karte zum Advent | Text und Foto: Sabine WittigIm Kalender fand sich sogar Raum fĂŒr drei spontane Dezemberage in MĂŒnchen, meiner Herzensstadt.

Sabine Wittig | PR-Beraterin und Bloggerin

FĂŒrs nĂ€chste Jahr wĂŒnsch‘ ich’s mir das genau so wieder.

Papierengel von Jurianne Matter | Foto: Sabine Wittig

Jetzt wĂŒnsch‘ ich dir frohe Festtage – ruhig und entspannt, turbulent und lebendig oder irgendwo dazwischen, ganz so wie du es magst.

Herzlich, Sabine

Fotos: Sabine Wittig

Rezept fĂŒr Maissuppe mit Kokosmilch und Curry

Rezept fĂŒr Maissuppe auf azurweiss | Foto: Sabine Wittig

Ende letzter Woche schien es, als wolle der Sommer sich auf leisen Sohlen davonschleichen und die erfrischende KĂŒhle machte am Freitag Lust auf Suppe. Das leckere und schnelle Rezept lass‘ ich dir schonmal da – selbst wenn die Temperaturen jetzt erst mal wieder auf hochsommerlich klettern.

Rezept fĂŒr Maissuppe auf azurweiss | Foto: Sabine Wittig

Zutaten
(fĂŒr vier Personen als Vorspeise oder fĂŒr zwei Personen als Hauptgericht)

150 g Mais aus dem Glas
500 ml GemĂŒsebrĂŒhe
400 ml Kokosmilch
1 kleines StĂŒck Ingwer
Curry
Pfeffer
Salz
1-2 WalnĂŒsse

Rezept fĂŒr Maissuppe auf azurweiss | Foto: Sabine Wittig

Den Ingwer schĂ€len und möglichst fein schneiden. Dann zusammen mit dem Mais, der Kokosmilch und der BrĂŒhe in einen Topf geben und aufkochen. Mit Curry nicht zu schĂŒchtern wĂŒrzen und alles etwa zehn Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen. Danach mit einem Stabmixer gut pĂŒrieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die WalnĂŒsse knacken und fein hacken. Suppe in Teller geben und mit den gehackten NĂŒssen bestreuen.

Ich hab‘ im Garten noch ein paar zartrosafarbene MajoranblĂŒten gezupft und sie ebenfalls auf die Suppe gestreut.

Rezept fĂŒr Maissuppe auf azuweiss | Foto: Sabine Wittig

Fotos: Sabine Wittig

Sommerblau

Rittersporn und Blaubeeren | Foto: Sabine Wittig

Obwohl ich alle Jahreszeiten und damit alle Monate mag, bleibt der Juni doch etwas ganz Besonderes. Noch nicht ganz Sommer, aber schon richtig warm. Die lĂ€ngsten Tage des Jahres. Das GartengrĂŒn noch frisch und saftig. Rosen und Rittersporn blĂŒhen unermĂŒdlich.

Rittersporn | Foto: Sabine Wittig

Der königsblaue Rittersporn war’s auch, der mich zu diesen Fotos inspirierte.

Sommertafel in blau/weiß | Foto: Sabine Wittig

Blau und weiß. So herrlich frisch.

Rittersporn | Foto: Sabine Wittig

Eine einzige BlĂŒte reicht als Blickfang. Vielleicht noch ein wenig filigrane Begleitung – hier in Gestalt der Wilden Möhre, die sich jedes Jahr zuverlĂ€ssig in jedem Winkel des Gartens aussĂ€t.

Blaubeeren | Foto: Sabine Wittig

Essbares Lieblingsblau ist die Heidelbeere. Sie kommt beinahe tĂ€glich ins MĂŒsli und ist oft im Obstsalat mit von der Partie.

Sommertafel in blau und weiß | Foto: Sabine Wittig

Mit dem Juni geht nun auch die BlĂŒtezeit des Rittersporns zu Ende. Zumindest die der Stauden. Die einjĂ€hrigen Exemplare bleiben mir noch eine Weile erhalten. Manche beginnen gar erst zu blĂŒhen. Die Stauden schneide ich in den nĂ€chsten Tagen eine Handbreit ĂŒber dem Boden zurĂŒck – dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit auf eine zweite BlĂŒte im September.

Rittersporn | Foto: Sabine Wittig

Fotos: Sabine Wittig

Poesie aus Porzellan

Installation Leaves von Ulli Böhmelmann im Museum FĂŒrstenberg | Foto: FĂŒrstenberg

{Werbung (unbezahlt)} WĂ€re FĂŒrstenberg nicht so weit weg von uns – ich hĂ€tte mich wohl schon lĂ€ngst von den schneeweißen BlĂ€ttern aus Porzellan umschweben lassen. LEAVES – BLÄTTER nennt die KĂŒnstlerin Ulli Böhmelmann ihre Rauminstallation, die sie fĂŒr das Museum Schloss FĂŒrstenberg gestaltet hat. Die Ausstellung war ursprĂŒnglich bis 30. Juni angesetzt, aufgrund der vielen Blattliebhaber wurde sie jetzt bis zum 3. November 2019 verlĂ€ngert.Ausstellung LEAVES im Museum Schloss FĂŒrstenberg von Ulli Böhmelmann | Foto: Ralf BauerUlli Böhmelmann ist bekannt fĂŒr ihre in den Raum gehĂ€ngten und gespannten Installationen. Leichtigkeit und Transparenz bestimmen oft ihre Materialwahl.

Ausstellung LEAVES im Museum Schloss FĂŒrstenberg von Ulli Böhmelmann | Foto: Ralf Bauer

FĂŒr LEAVES – BLÄTTER hat sie hunderte hauchdĂŒnne PorzellanblĂ€tter an nahezu unsichtbaren FĂ€den aufgehĂ€ngt. Jedes Blatt ist dabei ein Unikat – hergestellt in der Besucherwerkstatt des Museums Schloss FĂŒrstenberg.

Das vom Wind umtoste Schloss FĂŒrstenberg und ĂŒber den Schlosshof gewehtes Laub haben die KĂŒnstlerin zu der Installation inspiriert. Ihre PorzellanblĂ€tter scheinen wie vom Wind aufgewirbelt zu schweben. Wunderschön!
Falls du durch diesen besonderen BlĂ€tterwald schreiten magst, findest du alle Informationen zur Ausstellung direkt auf der Internetseite des Musems Schloss FĂŒrstenberg.
Fotos: FĂŒrstenberg, Ralf Bauer