Stippvisite im Hotel Miramonte in Bad Gastein

Wie entscheidest du, wohin du in Urlaub fährst? Wählst du als erstes die Region oder die Unterkunft? Bei mir ist es sehr oft die Unterkunft. Auf einer Liste sammle ich inspirierende Hotels und Ferienwohnungen und wenn’s an die Ferienplanung geht, werden diese Adressen zuerst gecheckt.

Das Miramonte in Bad Gastein befindet sich schon eine ganze Weile in dieser Sammlung. Ich hab‘ viel darüber gelesen (vor allem online) und gehört (von unseren  Münchner Freunden, die schon mehrmals dort waren).

Mit diesen Freunden haben mein Mann und ich Anfang April 2025 drei herrliche Tage im Miramonte verbracht. Perfektes Timing: Die Wintersaison war zu Ende, die neue Saison hatte erst zaghaft begonnen. Die kalte Jahreszeit war noch präsent, die Frühlingssonne aber schon warm genug, um draußen Kaffee zu trinken. Ich mag diese Zwischenzeiten sehr.

Und ich mochte das Hotel. Die zugewandten Menschen, den herrlichen Blick ins Gasteinertal durch große Glasfronten, die hervorragende Küche. Und: das ungezwungene Design. Im Miramonte wird gar nicht versucht, alles perfekt durchzustylen. Hier treffen Bertoia-Stühle und Saarinen-Tische auf kitschige Rieseneier aus Pappmaché als Osterdeko. Moderne Sofas auf Vintage-Accessoires. Zeitgenössische Kunst auf folkloristische Tapeten. Und überall blitzen innenarchitektonische Details aus den 1960er-Jahren durch. Inspirierend!

Schöner sitzen: die Stuhlklassiker von Harry Bertoia finden sich im Speisesaal, an der Bar und auf der Sonnenterrasse

 

(M)ein Highlight auf dem Frühstücksbuffet: hausgemachter Wiesensaft

 

Gefrühstückt und zu Abend gegessen wird entweder an der langen Tafel oder an kleinen Tischen des finnisch-amerikanischen Designers Eero Saarinen

 

Auch Bad Gastein selbst ist faszinierend. Die mineralstoffreichen Thermalquellen haben den Ort im 19. Jahrhundert zum mondänen Kurort gemacht. Entlang der steilen Hänge entstanden prächtige Grand Hotels, zum Beispiel das Grand Hotel de l’Europe, das – so sagt man – Wes Anderson zu seinem Film „Grand Budapest Hotel“ inspiriert haben soll.

Im Grand Hotel de l’Europe übernachten schon lange keine Gäste mehr. Und auch andere der einst pompösen Häuser haben ihre Türen geschlossen, der Glanz der Belle Époque ist verblasst. Geblieben ist ein feiner morbider Charme. Gekommen sind Kreative, die das einstige „Monte Carlo der Alpen“ neu beleben. Mit Kunst, Kultur – und spannenden Hotelkonzepten.

Grandioser Talblick inklusive: Restaurant im Haus Hirt

 

Feine Farben im Restaurant im Badeschloss

 

Drei Tipps für Bad Gastein:

  1. Den zweistündigen historischen Spaziergang durch den Ort buchen und in die wechselvolle Geschichte Bad Gasteins abtauchen. Danach das kleine Gasteiner Museum besuchen.
  2. Abendessen im Haus Hirt und dabei den fantastischen Blick über das Tal genießen.
  3. Ausgiebig durch den Ort flanieren, einen Blick ins frisch renovierte Badeschloss werfen und im Straubinger Café Torte essen.

Wir sind mit dem Zug angereist. Das Hotel organisiert auf Wunsch den Taxi-Transfer vom und zum Bahnhof. Bequemer geht’s kaum.

Designhotel Miramonte
Reitlpromenade 3
A-5640 Bad Gastein

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Bilder: Sabine Wittig